#me – Ich find´ mich stark

Jugendliche fühlen sich durch die idealisierten Körperbilder im Internet zunehmend unter Druck gesetzt. Soziale Medien beeinflussen stark, wie junge Menschen ihren Körper wahrnehmen. In einer Lebensphase, in der die Identität noch nicht gefestigt ist und das Selbstwertgefühl schwach sein kann, sind unrealistische Schönheitsideale besonders belastend. Auch verbreiten sich im Internet nicht nur bearbeitete Bilder, sondern auch von Künstlicher Intelligenz erzeugte Fotos. Im Workshop „#ME – Körper, Gefühle und digitale Medien“ reflektieren Jugendliche Vorstellungen von Schönheit, Beeinflussungen von außen und lernen einen positiven Zugang zu unserem Körper.


Was ist „SCHÖN“, „NORMAL“, „GESUND“ und „KRANK“? Mit diesen Begriffen setzen sich die Schülerinnen der 8 A des Sperlgymnasiums im zweiten Wiener Bezirk gleich zu Beginn des Workshops „#ME – Körper, Gefühle und digitale Medien“ kritisch auseinander. #ME ist ein Workshop, bei dem die Themen Körper, digitale Medien und Gefühle zusammengeführt werden. Die Jugendlichen reflektieren, wie sie sich selbst definieren, und entwickeln einen achtsameren Zugang zu ihrem Körper. Gemeinsam erarbeiten sie, wann Grenzen zu Essstörungen überschritten werden und wie Plattformen wie TikTok, Instagram und Co den Blick auf den eigenen Körper beeinflussen können.

„Wir leben in einer Zeit, in der Schönheitsideale nicht mehr erreichbar sind. Auch mit viel Disziplin nicht. Denn den echten Körper kann man nicht einfach mit Photoshop zurecht modellieren“, so Workshopleiterin Elke Prochazka, die durch ihre Tätigkeit bei 147 Rat auf Draht und Saferinternet.at jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Bereichen Sexualität und Medien hat. Zunehmend werden uniforme, durch Bearbeitungsprogramme perfektionierte Körper, über die Medien vermittelt. Jugendliche werden dadurch beeinflusst, gerade weil sie sich durch Vergleiche eine eigene Identität aufbauen. Durch das Internet und soziale Netzwerke sind die Vergleichsmöglichkeiten stark gestiegen. Studien zeigen, dass sie umso unzufriedener mit ihrem Körper sind, je stärker sie das Internet nützen (siehe Studie „Schönheitsideale im Internet“ Saferinternet.at, 2024). Umso wichtiger ist es, mit Jugendlichen an einem gesunden Körperbild zu arbeiten. Bei #ME reflektieren Jugendliche ihre Vorstellungen von Schönheit, denken über Beeinflussungen nach und lernen einen positiven Zugang zu ihrem Körper.

Der Workshop findet in geschlechtshomogenen Gruppen für Schüler:innen ab der 7 Schulstufe statt in zwei voneinander getrennten Räumen, mit einer Trainerin für die Mädchen und einem Trainer für die Buben. Durchgeführt werden die Workshops jeweils von der Psychologin Mag. Elke Prochazka und dem Medienpädagogen Mag. Wolfgang Pospischill.

#ME ist ein Workshop-Projekt bei dem die Themen Körper, digitale Medien und Gefühle vereint werden: https://hashtag-me.at/.

27.05.2024